7 Mrz

Bardenbrief im März

Bardenbrief im März

• Einleitung
• CD-Angebot
• Boklett-Text aus der CD “Die blaue Blume”
• diverse Links aus der Röhre

Liebe Freunde,

ein Jahr ist es nun her, seit ich in Berlin das neue Album “Die blaue Blume aufgenommen habe. Ein Jahr auch, seit mich der Förster von Frickingen aufs Korn genommen hat, weil ich ihm ein Dorn im Auge war, bei seinen dunklen ungenehmigten Machenschaften in Sachen “Nachhaltige Forstwirtschaft” im Volksmund auch Kahlschlag genannt. Lange haben wir dort auf unserer paradiesischen Waldwiese im Heiligenberger Wald ausgehalten, samt Tieren und unseren Kindern. Doch dann kamen sie mit den Kahlschlag-Maschinen und bei unserer Vertreibung sind uns ein Pferd und ein Schaf gestorben. Meine Jurte musste zurückbleiben und so sind wir zwei Monate mit den Zirkuswagen kurz vor der Geburt des jüngsten Kindes umhergezogen, bis wir bei herzensguten Menschen Asyl fanden. Wer die Augen und Sinne offen hat, der sieht, dass es wie bei Asterix ist. Wer einem Volk die Kraft nehmen will, der fällt seine Bäume. Und dies geschieht in einer Weise, die uns alle aufschreien lassen müssten. Der Schlosspark in Stuttgart, die über 150 Stück alten Bäume am Überlinger Ufer die für die Landesgartenschau gefallen sind………Es gäbe unzählige Beispiele dieser Art.

Die Wälder verschwinden unmerklich, weil die meisten gar nicht mehr so tief vordringen um zu sehen, was dort geschieht. Aber es wurde gut vorgebaut: die Einen sind finanziell so knapp, dass sie keine freien Zeiträume mehr haben, sich zu engagieren. Die anderen in der digitalen Welt verschwunden – den letzten Webinarstreß noch nicht verdaut etc. Die dritten halten den Schmerz gar nicht mehr aus und reden alles gut und dass alles seinen Sinn hätte, oder jeder nur das sieht, was mit ihm persönlich zu tun hätte. Andererseits ist Das Internet voll von Propheten aller Art – vielleicht sich dadurch selbst erfüllenden Prophetien, da wir das Geschick der Erde durch unsere Gedanken und Ängste möglicherweise mehr als uns lieb ist mitbestimmen.

Es ist wie im “Herr der Ringe” – es sind nur ein paar ganz wenige, die hinsehen können und sich dem Schmerz und der Traurigkeit stellen können. Im übrigen, sind das nicht die Menschen, die alles schwarz sehen, ganz im Gegenteil. Es sind Menschen, die noch zu visionärem Denken und Handeln fähig sind. Ich kenne einige von ihnen. Es sind Menschen, die immer stiller werden, weil sie ihr Licht hochhalten müßen. Manchmal sind sie recht einsam, weil es ihnen nicht gelingt, sich an die verschiedenen gesellschaftlichen, politischen oder spirituellen Mainstream-Raster anzupassen. Und genau diesen Menschen widme ich meine Musik ganz besonders. Sie soll ein kleines Elmsfeuer für die Jenigen sein, die nicht mehr weiter wissen, die kurz vorm aufgeben sind, die die Orientierung oder ihre Kraft schon glauben verloren zu haben. Ich bin mir bewusst, dass viele meine Worte nicht mehr aushalten können, weil sie hart erscheinen. Doch sie kommen aus einem weichen Kern. Müssen nur leider durch die eigene Harte Schale über die harte Schale des Anderen hin zum weichen Kern des Anderen vordringen. Viele machen die Dinge mit sich selber aus. Das ist legitim. Viele zerbrechen daran – das müsste nicht sein. Darum ermutige ich diejenigen, die unter sich und der Welt zerbrechen: Sprecht es aus, brecht das Schweigen und entzündet ein Feuer in den trägen Herzen um Euch herum.

Von Herzen Euch die ersten zarten Frühlingsgrüße

Eloas Mín Barden

 

Die blaue Blume auch als MP3:
Wusstet Ihr, dass es diese CD auch als MP3 zum runterladen gibt. Hier im Shop. unter “Download Musik”.  Wer allerdings die CD bestellt, erhält noch die CD “Friedvolle Krieger” oder die CD Pilgerreise gratis mit dazu (solange der Vorrat reicht)

Liedtitel:

1    Das wahre Leben
2    Die Blaue Blume
3    Ode an die Freundschaft
4    Leben für Gold
5    Der Traum
6    Die weiße Rose
7    Frieden auf Erden
8    Heilzeit
9    Liebe und Dankbarkeit
10  Lied des Barden
11  Grund und Boden
12  Es ist an der Zeit
13  Fremder im eigenen Land
14  Pilgerreise – Immergrün

 

 

CD-Boklett-Text:

Lieber Mensch
Danke, dass Du Dich für dieses Album entschieden hast.
Die Entstehung für dieses 10. Studio-Album war vergleichbar mit einer Pilgerreise eines modernen Menschen, der sich auf eine abenteuerliche Reise mit unbekanntem Ausgang begibt.
Teils auf tatsächlichen Reisen mit leichtem Gepäck, mit Erfahrungen wie Hunger und Kälte, teils auf virtuellen Wegen im Internet mit allen Verlockungen, welche die Sirenen der “sozialen” Netzwerke bereithalten um den modernen Odysseus von seinem Weg abzubringen und in die Irre zu leiten, war mein Weg seit dem letzten Album ICH-Botschaften (2010) wie der Weg eines Gralsritters auf der Suche nach dem heiligen Gral.
Vielleicht eignet sich das letzte Bild gerade deshalb so gut, weil ja gerade Parzival, der bekannteste der Gralsritter, der großen mittelalterlichen Dichtung des Barden Wolfram von Eschenbach am Ende seiner Suche gar nicht mehr die Hoffnung hatte zu finden.
Er war ähnlich wie der heutige Mensch auf der virtuellen Ebene immer fortgerissen von den nächsten Ereignissen, die so lange er keine geistige Überschau hatte ohne Sinn und Bedeutung zu sein schienen.
Erst als er durch Hingabe an das göttliche an seinen Schöpfer sich öffnet für diese höhere Ebene, kann er sich aus den Verstrickungen befreien und ihm wird die Gnade der zweiten Chance zuteil.
Diese ergreift er in Verantwortung seiner ihm auf dieser Erde gestellten Aufgabe nun voller Mut und in voller Hingabe, so dass er dadurch für die ganze Menschheit stellvertretend einen neuen Bewusstseinsschritt einleitet. Er muß sich dabei über bestehende Konventionen des gesamten Rittertums hinwegsetzen und einen individuellen Weg gehen, der ihn in dieser Dichtung mit dem Christus – Wesen fernab der christlichen Institution Kirche in Berührung bringt.

Ich glaube, dass wir gerade in den Irrungen und Wirrungen der letzten Jahre, die geprägt sind von Vereinzelung und Isolation durch die digitalen Verlockungen, genau diese Erlösung erfahren können, wenn wir uns wieder hingeben an das Schöpferwesen, welches uns erschaffen hat.
Wer so weit von sich selbst weg gewesen ist, entwickelt irgendwann genau diese Hingabe, um wieder zu sich zurück zu finden.
Diese Pilgerreise des westlich-kapitalistisch geprägten Menschen, führt durch totale Sinnentleerung irgendwann dahin, dass er kompromisslos und ehrlich seinen Weg zurück sucht.
Dann klingt die Verlockung nach dem neuesten Smartphone, oder die Verlockung in ein weiteres Netzwerk einzusteigen wie tönernes Erz weil der Pilger weiß, das er die blaue Blume finden will, nach der er einst ausgezogen ist. Dieses lyrische Bild der Dichter und Denker der Romantik der blauen Blume hat mich damals in meiner Wandervogelzeit ausziehen lassen um sie zu suchen. Ihren Klang, ihren Duft, ihr Bild fest im Herzen, bin ich über 20 Jahre durch Europa gereist, habe in all dieser Zeit hauptsächlich im Zirkuswagen und die letzten Jahre mit meiner Familie zusätzlich in einer mongolischen Jurte gewohnt. Neben meinen zahlreichen Konzerten hatte ich immer den Eindruck selbstbestimmt zu leben. Doch habe ich gar nicht bemerkt, wie dann das Internet-kabel erst im Wagen, dann in der Jurte mich immer mehr aus der Jurte in eine virtuelle Welt abgesaugt hat. Für Künstler ist Facebook unumgänglich hörte ich von allen Seiten und habe eine Inflation meiner Beziehungen erlebt, die mich in die völlige Isolation bei gleichzeitiger Explosion meines Bekanntheitsgrades brachte.
Seit kurzem lebe ich wieder ohne Strom und erlebe wie sich meine Sinne wieder öffnen.
Ich nehme wahr, wie stark wir als Menschen unsere tatsächliche Selbstbestimmtheit aufgegeben haben für scheinbare Selbstbestimmtheit, die sich in der Wahl von vorbprogrammierten Wahlmöglichkeiten wie der Farbe unseres Smartphones erschöpfen. Währenddessen wurden einige maßgebliche Freiheiten, die uns zu wahrhaft schöpferischen Wesen macht abgeschafft. Immer mehr akzeptieren wir die Brüssel-Diktatur, die unsere regionalen Selbstbestimmungsrechte auflöst. Um so leben zu können wie ich es tue verstoße ich bereits gegen Bestimmungen und Verordnungen. Während im großen Stil die großen letzen Wälder Deutschlands gerodet werden, sieht man mich als eine Gefahr für den Wald auf meiner Waldwiese. Durch den hohen Grad meiner Selbstverantwortung meinen Handlungen gegenüber, verstoße ich gegen die Interessen derjenigen, die mir meine Selbstverantwortung rauben wollen.
Mit Bußgeldandrohungen und Räumungsklagen will man mir meinen Platz auf Erden streitig machen.
Ich kann mein Leben als Barde, als Einsiedler, als Pilger, als Mönch, als Mensch aber nur aus dieser Ruhe heraus leben. Ich bin einem höheren Gesetz verpflichtet, das ist eine ethisch-moralische Verpflichtung meinem Schöpfer und dem Leben gegenüber unbedingt nach seinem Willen Leben zu wollen. Diesen Willen kann ich nur erspüren, wenn ich selbstbestimmt leben darf. Ich sehe es als ein Geburtsrecht eines jeden Menschen an, dass er sich seinen Aufenthaltsort selbst wählen darf.
Als Pilger versuche ich einen Weg durch die Sümpfe der “Zivilisation” zu finden, der mich wieder auf sicheres Land bringt, hin zum nächsten Schritt meiner Reise.
Mit meinen Liedern möchte ich Euch anregen Euren eigenen Weg zu gehen und uns wenn wir uns begegnen uns gegenseitig Mut zuzusprechen und uns zu unterstützen. Denn Pilger erkennen sich gegenseitig an der Muschel – an der blauen Blume
Zusammen mit meinem Freund und Produzenten Moritz Freise und einigen Musikern legen wir Euch dieses weitere Album in die Hand und wünschen Euch viel Freude damit
Von Herzen Euch alles Gute Companero

Eloas Mín Barden

 

Links in der Röhre:
Das Lied der Bäume im Überlinger Stadtgarten: https://youtu.be/mgen1ZWVz_I

Interview vor einigen Jahren:  https://youtu.be/RrCPK3Gf3fU

Bardenportrait im SWR-Fernsehen:  https://youtu.be/a1ZFF-NMteg

Willi Wimmer: was erwartet uns 2017: https://youtu.be/gTgY6CMcPc4

Kommentare
  • Schreibe uns

  • Barny Bitterwolf 16. April 2017 at 15:18

    … freue mich auf die zukünftigen Newsletter(s).
    Herzlich!
    Barny

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